Ohne Monitorkalibrierung geht nichts um digitale Bilddateien am Monitor zu bearbeiten!
Und auch der Drucker gibt seine Qualität am besten mit einem selbst gemessenen ICC-Druckprofil aus.
Sie bearbeiten Ihr Bild am unkalibrierten (oder besser: nicht kalibrierten?)
Monitor. Sie konzentrieren sich gerade auf Farben und stellen die Regler in der Bildbearbeitungssoftware unterschiedlicher Hersteller sehr feinfühlig ein (das ist wie Autofahren im Nebel). Sie vermuten, dass die Farben stimmen, nur wie sicher sind Sie sich? Womit kontrollieren Sie? Bitte nicht mit Graukarten neben dem Monitor oder irgendwelchen Testbildern.
Der Monitor zeigt Farben mit Licht und Test-Bild-Vorlagen sind feste Medien. Da können Farben auch abweichen und sind nicht so brilliant/leuchtstark. Auch das Hin und Her mit dem Kopf..... was wir nicht kalibrieren können sind unsere Augen und die gewöhnen sich schneller an Farben, wie wir vermuten. Leider gewöhnen sie sich auch an Farben, die nicht stimmen - wir merken es nur nicht. Solche Abstimmung auf neutrale Farben funktioniert nur mit einem genauen Kolorimeter-Messgerät wie dem Spyder3!
Die Kalibrierung des Monitors beginnt mit der Einstellung der Helligkeit. Auch die Datacolor Geräte haben eine Umgebungslichtmessung, die ich für Fotografen nicht als geeignet finde (beim SP3 abschaltbar). Auch wenn mit der Umgebungslichtmessung bei Datacolor besser eingestellt und es kaum wahrgenommen wird, ist das für mich ein gefährliches Eingreifen in den abgestimmten Workflow. Fotografen benötigen feste Werte, mit denen gearbeitet wird und nicht ein Monitorbild, das sich verändert. Hierzu wird die Luminanz (Helligkeit) in Candela gemessen und justiert. Das geht bei Datacolor messtechnisch mit Spyder3 und nicht mit dem SP2express. Meine Empfehlung hierzu entnehmen Sie meiner beiliegenden Anleitung zum SP3 Pro oder Elite. Ist der Monitor zu hell eingestellt, kommen Ausdrucke und Ausbelichtungen zu dunkel und umgekehrt.
Dann der Abgleich; Das Messen und Einstellen auf neutrale Bildwiedergabe des Monitors. Hier ist der SP3 Pro und Elite gefordert und misst viele unterschiedliche Farben, Zwischentöne und Graustufen aus. Je mehr einzelne Farben gemessen werden, je genauer ist mein Monitor ICC-Profil. Das schlechteste Messgerät auf dem Markt, der Huey, wird beworben, das er in nur 2 Minuten fertig ist. Unglaublich solch eine Werbung. Ein paar Felder mit so einem kleinen Messkopf auswerten kann nicht zu einem kalibrierten Monitorbild führen - aber langsam wird das auch den Käufern bewusst (dann doch lieber einen SP3express...;-)).
DataColor fertigt bewusst extra Messgeräte (Kolorimeter), getrennt für Monitor- und Druckerprofilierung! Jedes Gerät meistert seine spezielle Aufgabe sehr genau. Inzwischen gibt es auch Kombigeräte wie den Colormunki, der beides kann. Auch hier muss man sich fragen, was das soll? Klar, ein Gerät für alles wäre sehr schön, wenn da nicht Technikunterschiede wären.
Zuerst mal zur Monitorprofilierung mit diesem: Die Handhabung ist gut und mindestens genauso übersichtlich wie bei Datacolor. Leider gibt es nicht so viele Auswahlmöglichkeiten - eingeschränkte Handhabung (außerdem ist kein Röhrenmonitor-CRT auszuwählen). OK, könnte man mit leben. Womit ein Spektrophotometer jedoch bauartbedingt Probleme hat, sind die dunklen Farbtöne, die nicht genau erfasst werden. Und dunkle Farben - Schwarzstufen möchte ich schon unterscheiden und an meinen teuren Monitoren nicht zulaufen lassen. Ich möchte auch sehen, was ich drucken kann - auch die Tiefenunterschiede!
Der Colormunki ist ein Spektalphotometer, welches zur Druckerprofilierung normal als beste Lösung anzusehen ist, wenn da nicht wieder die programmierten Munki-Einschränkungen wären. Zuwenig Messfelder (2x25), die mir kein ausreichend gutes ICC Profil errechnen lassen. Es wäre kein Problem hier z.B. 1000 Messfelder - statt der 100 Felder mit einzulesen, da könnte XRite aber kein teures Eye-One Pro mehr verkaufen und darum ist diese Erweiterung nicht erwünscht beim Colormunki. Und die Schnelligkeit, ;-)) ich bin unwesentlich langsamer mit der Profilerstellung Spyder3 Print (4 min. pro DIN A4 Target (225+239=464) - also 8 Minuten).
Auch Datacolor hat seine Hausaufgaben mit kostenlosen Upgrades gemacht und den Messvorgang erheblich schneller in der Anwendung / Messvorgang entwickelt. Ich zeige Ihnen gerne unterschiedliche Ausdrucke mit einem ColorMunki und Spyder3 Print Profil und die schnelle Handhabung. Auch dies ist erklärt in meiner beiliegenden Anleitung.
Was ist noch wichtig? Datacolor Geräte können mit der Software auf uneingeschränkt vielen Rechnern installiert werden. In den AGBs steht, es sollten eigene Rechner sein. Aber was soll die Software ohne Messgerät? Einige Fotoklubs haben SpyderX bei mir gekauft und irgendwann merkten die Mitglieder wie wichtig und gut die Geräte sind und kauften dann eigene bei mir. Das ist doch in Ordnung.
Der Colormunki ist auch hier eingeschränkt; nur auf 3 Rechner kann die Software installiert werden. Welche Probleme da mit neuen Motherboards und Rechnern warten, lässt sich erahnen. Ab der 4. Installation werden Sie fluchen....
Ich bin sehr überzeugt von der Spyder3 Familie und kann mir einen farbverbindlichen Workflow ohne diese Geräte nicht mehr vorstellen, obwohl ich im Besitz unterschiedlicher Geräte von einigen Herstellern bin. Testergebnisse interessieren mich nicht und ich möchte mir ein eigenes Urteil bilden.
Bis dahin
Michael Verhoelen
Ein guter Testbericht zur Kalibrierung in der MacLife 04-2008 ![]()
PS: Ein Hinweis zu Foren: Glauben Sie nicht alles. Hersteller, Konkurrenz und Großhändler sind täglich Online um selbst zu schreiben, zu Verwirren und Werben. Umsätze scheinen wichtiger als Upgrades, auf die der Kunde wartet.
Fragen? Rufen Sie mich an: 02845 - 60 92 21 (Hilfe und Fragen zur Anwendung der Geräte kann ich nur meinen Kunden bieten)
